Ängste und Panikattacken
sind nicht erst Symptome unserer Zeit. Auch früher hatten Menschen bereits
Ängste und Panikzustände. Im Unterschied zur Angst unserer Vorfahren,
die sich oft auf lebensbedrohliche Situationen richtete und die sich auch
in den Ängsten vor Geistern und mystischen Wesen wiederspiegelte, sind
die heutigen Ängste ein Spiegel unserer modernen Gesellschaft in der
sich der Mensch mehr und mehr immateriellen, sozialen und existenziellen Bedrohungen
ausgesetzt sieht. Die Angstreaktion als Teil unserer biologischen Ausstattung
läuft im wesentlichen ab, wie zu Urzeiten - die Auslöser sind oft
scheinbare "Kleinigkeiten", die aber intensive Bedrohung, Hilflosigkeit,
Ohnmacht und Kontrollverlust auslösen, die mit den Angstgefühlen
/ Panikzuständen einher gehen.
Angst kann dabei direkt empfunden und ausgedrückt oder unbewußt
und automatisch durch Konversion, Verdrängung und andere psychische Mechanismen
kontrolliert werden.
Phobien_Angst_Panik:
Ängste können sich beziehen auf Situationen, Angstobjekte, Personen,
sich Selbst und das eigene Verhalten auf die Gesundheit oder wichtige Sachverhalten.
Beispiele dafür sind:
Phobien,
sind gekennzeichnet durch zerrüttendes, angstvermittelndes Vermeidungsverhalten,
das in keinem Verhältnis zu der Gefahr steht, die von der gemiedenen
Situation / Objekt droht, und das der Phobiker in der Regel auch als grundlos
erkennt.
Angst vor Tieren und damit verbundene Vermeidung (z.B. Hundephobie, Spinnenphobie,
Schlangenphobie, Pferdephobie....)
Angst in engen Räumen oder vor dem Eingeschlossen sein mit dem entsprechenden
Vermeiden dieser Situation (Klaustrophobie)
Angst vor sozialen Situationen
Angst vor Menschen und was diese über
Sie denken könnten / auf Sie reagieren könnten mit der Vermeidung
dieser Situationen (soziale Phobie / Selbstunsicherheit). Erscheint
oft als irrationale Angst vor der Gegenwart anderer Menschen. Vermeidung von
Situationen in denen man kritisch beobachtet werden könnte, Angst verraten
oder sich unangemessen verhalten könnte. Sprechen / Essen in Gegenwart
anderer Personen oder im Extremfall beliebige Handlungen (auch am Arbeitsplatz)
können extreme Angst auslösen.
Ähnlich wirkt auch die Angst vor Blamage, Peinlichkeit, Bloßstellung
Lampenfieber ist eine spezifische Angst
vor Vortragssituationen, Präsentationen, Meetings.
Redeangst ist
Angst vor dem Reden vor anderen Menschen das häufig aus der Angst heraus
vermieden wird.
Direkte Infos zum Thema siehe Seminar Lampenfieber
/ Seminar Redeangst
>>
Seminarinfo <<
Angst verlassen zu werden, allein zu sein, hilflos zu sein mit der Vermeidung
derartiger Situationen (oft Einflußfaktor bei Panikattacken)
Angst vor Herzinfarkt, daß das Herz
stehen bleibt ohne körperliche Ursachen (Herzphobie)
Angst davor, daß etwas ganz schlimmes passieren könnte (Bestandteil
von Panikattacken, Herzphobie oder der generalisierten Angst)
Agoraphobie: Angst vor öffentlichen
Plätzen, dem Einkaufen, dem sich in der Öffentlichkeit befinden,
Gewebe von Ängsten im öffentlichen Raum, die Befürchtung nicht
entkommen zu können oder bei eigener Unfähigkeit keine Hilfe finden
zu können. Diese Phobie äußert sich auch in der Furcht vor
größeren Menschenmengen, vor Reisen, vor dem Alleinsein, vor dem
Betreten von Geschäften....und führt im Extremfall dazu, daß
die Betroffenen unfähig sind ihr Zuhause zu verlassen oder u.U. nur in
Begleitung vertrauter Personen. (z.T. auch Folge von Panikattacken)
Angst davor (allein) Autozufahren oder bestimmte
Strecken, bzw. außerhalb der sicheren Umgebung zu fahren (Autophobie).
Entsteht sehr häufig als Folge von Unfällen, kritischen Situationen,
oft auch als Folge anderer Ängste / Panikattacken, die sich auf die Situation
im Auto ausweiten. Generell gekennzeichnet durch die Befürchtung die
Kontrolle zu verlieren, geht einher mit einer hohen nervlichen Anspannung
/ körperlichen Symptomen
generalisiertes Angstsyndrom
Ständige Angst ohne erklärliche Gründe, in einer Vielzahl von
Situationen. Hauptmerkmal ist eine chronische und persistierende Ängstlichkeit
in vielen Lebenssituationen oft ohne spezielle Auslöser (zumindest sind
diese schwer feststellbar). Auch als frei-flottierende Angst bezeichnet. Geht
einher mit einer Vielzahl somatischer Beschwerden: Schwitzen, Hitze-, Kältewellen,
Herzklopfen, -jagen, Magen-, Darmprobleme, weiterhin: Puls-, Atemfrequenz
erhöht, Störungen der Skelettmuskulatur (Spannungen, Schmerzen vor
allem in Nacken und Schultern, Lidzucken, Zittern) leichte Ermüdbarbarkeit,
Unfähigkeit zu Entspannen. Die Betroffenen sind reizbar, zappelig, ruhelos,
seufzender Atem, allgemein besorgt, Visionen drohenden Unheils, fürchten
Verlust der Selbstkontrolle, Herzanfall, Tod, erscheinen immer auf dem Sprung,
ungeduldig, leicht abgelenkt, unfähig sich zu konzentrieren, leicht entmutigt,
extrem kritikempfindlich, entschlußlos, leicht depressiv.
Angst davor zu Versagen (Versagensängste)
oft auch als Folge und Bestandteil beruflicher Ängste
Angst vor Bedrohungen der Existenz und wichtiger Werte, Aspekte, wie z.B.
bei Ehekrisen, Arbeitslosigkeit, Tod oder Krankheit von wichtigen Personen,
Parter/in, Kindern (Existenzängste) oft auch im Zusammenhang mit
beruflichen Ängsten.
Angst vor Krankheit und dem eigenen Tod
Sexuelle Ängste (oft als Folge negativer Erlebnisse, die mit Angsterleben
oder persönlicher Bedrohung bzw. Schmerzen gebracht werden, in einigen
Fällen auch mit Kontrollverlust und der Schwierigkeit Kontrolle abzugeben)
Angst vor Schmerzen
Posttraumatische Belastungsstörung
Ängste als Folge traumatischer Erlebnisse (Schock, Panikzustände,
Verkehrsunfälle, Vergewaltigung, Gewalt, Mißhandlung, existenzieller
Bedrohungen, Katastrohen - Posttraumatische Belastungsstörung).
Die charakteristischsten Symptome sind: Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten,
Unfähigkeit sich zu Entspannen, Erregbarkeit, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen,
Angst, Depression und vor allem psychische Erstarrung. Interesseverlust an
zuvor ausgeübten Tätigkeit. Entfremdungsgefühl gegenüber
sich selbst und anderen und der Welt. Wiederkehrende Tag-, Nacht-, und Alptäume,
z.T. Selbstvorwürfe, Schuldgefühle wegen dem Sterben anderer, nicht
verhindern können der Katastrophe. Angst, daß so etwas wieder eintritt.
Panikattacken
sind gekennzeichnet durch ein anfallartiges und unerklärliches Auftreten
einer Vielzahl quälender Symptome (Atemschwierigkeiten, Herzpalpationen,
Schmerzen in der Brust, Erstickungs- / Beklemmungsgefühle, Benommenheit,
Schwitzen, Zittern, Beben, intensiver Angst und dem Gefühl drohenden
Unheils, Gefühle der Depersonalisation (Getrennt sein vom Körper)
und Derealisation (Unwirklichkeit der Welt), Angst zu sterben, verrückt
zu werden, oder unkontrolliert zu handeln. (Panikstörung)
Ängste können sich auch noch stärker
auf bestimmte Situationen im sozialen Miteinander und die Persönlichkeit
beziehen:
Angst vor Kritik
Angst vor Streit und
Auseinandersetzungen
Angst vor Aggressivität
Angst davor links liegen
gelassen / ignoriert zu werden
Angst vor Kommentaren,
Blicken, Gesten
Angst davor bei anderen
schlecht gemacht zu werden
Angst jemand Anderen
zu verlieren
Angst davor zu Sachen
gebracht zu werden, man nicht will
Angst vor Aufdringlichkeiten
Angst davor zu Versagen
/ sich bzw. andere zu enttäuschen
Angst davor sich durchzusetzen
Angst davor sich freizumachen
Angst davor als schlecht
dazustehen
Angst vor den negativen
Gefühlen des Partners / der Partnerin
Angst vor den Reaktionen
des Partners / der Partnerin
Ängste am Arbeitsplatz
Diese Liste ließe sich sehr lange fortsetzen,
je nach Thematik, Kontext und Situation. Im folgenden finden Sie Informationen
zu den Folgen, Ursachen und Beratungsmöglichkeiten.
Folgen der Angst:
Neben den akuten Angstsymptomen (s. Stress)
führt permanente Angst zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit
(s. Krankheit) und zum Bedürfnis
die Angst zu reduzieren. Sehr häufig werden Ängste versucht zu lösen
durch:
Verdrängung (Ignorieren,
Gedanken vermeiden, wegschieben)
Flucht (aus der Situation
flüchten...)
Vermeidung (die Situation
vermeiden, aus dem Weg gehen...)
Betäubung (Alkohol,
Beruhigungsmittel, Narkotika,....)
Die Ängste werden durch diese Strategien, die zwar kurzfristig erleichtern,
nicht besser, sondern eher schlimmer. Darüber hinaus entstehen durch
die Vermeidung und Flucht zunehmende Reibungspunkte, Desinteresse, Enttäuschungen,
Entfremdung, Streit und Konflikte um die Thematik und immer wieder neue Situationen
der Angst und Auseinandersetzung.
Grundlagen der Angst:
Angst bedeutet immer, daß Sie körperlich reagieren und die nervliche
Erregung über ein angenehmes Maß hinausgeht. Eigene Gedanken, Befürchtungen,
Grübelei, Sorgen oder auch das Verhalten anderer Menschen, äußere
Einflüsse oder Merkmale der Situation in der Sie sich befinden führen
zu Stressreaktionen, die die Angstschwelle durchbrechen. Jetzt wird Angst
empfunden, Angstsymptome treten auf und das Geschehen / die eigenen Gedanken
erscheinen immer bedrohlicher.
Die körperlichen Symptome (zittern,
Herzschlag, Reaktionen im Magen und Bauch, Kloß im Hals, Kehle zuschnüren,
zittern..... im Detail siehe unter Stress)
prägen sich tief ein und werden immer wieder wachgeruften, wenn die Situation
ähnlich zu der wird, in der das erstemal derartige Ängste oder Befürchtungen
ausgelöst wurden.
Ängste werden gelernt:
Sie haben richtig gelesen, Ängste werden
gelernt indem der negative körperliche Angstzustand / Schmerzen / negative
Gefühle verknüpft werden, mit Gedanken, Bildern und Erlebnissen.
Ist eine neue Situation oder ein Gedanke oder Ihr körperlicher Zustand
hinreichend ähnlich, wie die Situation in der die Angst gelernt wurde,
wird wieder die Angst, die Angstgedanken und die körperliche Angstreaktion
ausgelöst.
Psychologische Beratung
unterstützt Sie in der Lösung und Bearbeitung der Ängste und
Panikzustände. Emotionale Blockaden, negative Erfahrungen und schlechte
Gefühle werden durch die Beratung verarbeitet und neue angstfreie Wege
für Sie gehbar.
Vorgehen und Verfahren:
1.
Analyse von Ursachen und Gründen
für die Ängste
2. Beratung, Treatment, aktive Bewältigung der Angst / Panik
3. Verfahren der Angstreduktion
4. Abbau von Teufelskreisläufen aus Angst und Streit
5. Umgang mit körperlichen Angstsymptomen
6. Umgang mit Angstgedanken und Angstverhalten
7. Training der positiven Selbststeuerung
8. Training eines positiven Umgangs mit Angst
9. Aufbau eines angstfreien Verhaltens
Unser Beratungsangebot:
Wir unterstützen Einzelpersonen,
Paare und Kinder im Umgang mit Ängsten, trainieren und begleiten
Sie bei der Lösung und unterstützen Sie beim Erarbeiten neuer Formen
der Angstbewältigung, des Verhaltens und sich Fühlens.
Die aktive Bearbeitung der Ängste ermöglicht Ihnen neuen Schwung
und Sicherheit zu finden.
psychologie
beratung + therapie
dipl.-psych. jürgen junker
dipl.-psych. simone schmitt
herstallstr. 33
63739 aschaffenburg
tel. 0 60 21 - 2 06 75
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online seit 1999 © dipl.-psych. jürgen junker anfrage@psychologiepraxis.de
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